Cherubim | Kerubim (Hebräisch cherub כרוב; cherub, plural cherubim, כרובים)

Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. Und mitten darin war etwas wie vier Gestalten; die waren anzusehen wie Menschen. Und jede von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel. Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. Und sie hatten Menschenhände unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; die vier hatten Angesichter und Flügel. Ihre Flügel berührten einer den andern. Und wenn sie gingen, brauchten sie sich nicht umzuwenden; immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter. Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgebreitet; je zwei Flügel berührten einander und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter; wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und in der Mitte zwischen den Gestalten sah es aus, wie wenn feurige Kohlen brennen, und wie Fackeln, die zwischen den Gestalten hin und her fuhren. Das Feuer leuchtete und aus dem Feuer kamen Blitze. Und die Gestalten liefen hin und her, dass es aussah wie Blitze. Als ich die Gestalten sah, siehe, da stand je ein Rad auf der Erde bei den vier Gestalten, bei ihren vier Angesichtern. Die Räder waren anzuschauen wie ein Türkis und waren alle vier gleich, und sie waren so gemacht, dass ein Rad im andern war. Nach allen vier Seiten konnten sie gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und sie hatten Felgen, und ich sah, ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern. Und wenn die Gestalten gingen, so gingen auch die Räder mit, und wenn die Gestalten sich von der Erde emporhoben, so hoben die Räder sich auch empor.
Ezechiel 10, 4-19


Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.
1. Buch Mose 3,24

 

Der Ursprung des Cherubs wird mythologisch sehr eindeutig dem assyrischen Kulturkreis zugerechnet. Seine Gestalt ähnelt einem Mischwesen aus Adler und Löwe, das als Greif bekannt ist. Wie oben nachzulesen beschreibt der Prophet Hesekiel (Ezechiel) einen menschlichen Körper mit vier Gesichtern; dem eines Menschen, eines Löwen, eines Stiers und dem eines Adlers. Diese Symbolik wurde auch auf die vier Evangelisten angewendet. Das assyrische Wort k’rub beschreibt ein Wesen, besser als Greif bekannt, das geflügelten Sphinxen gleicht.

Entgegen der typisch mittelalterlich-christlichen Lehre der neun Engelsränge beschreibt das apokryphe Buch Henoch den Erzengel Gabriel als Vorsteher der Cherubim.

Christliche Lehren sehen die Cherubim als Begleiter und Thronträger Gottes. In mittelalterlichen Darstellungen werden die Körper meist vernachlässigt und nur ein Wesen aus Flügeln und Gesichtern gezeigt. Moderne Bilder zeigen eher menschenähnliche Wesen.

 

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Einen Zeichnungsversuch nach den Beschreibungen Ezekiels findet man hier: http://www.imt.net/~gedison/bible/cherubim.jpg

Einen Deutungsversuch zur mythologischen Herkunft der Cherubimgestalt: http://www.mt.net/~watcher/cherubim.jpg